Ommas Pflaumenknödel

Ich habe da ein Zivilisationsproblem. Die richtigen echten Pflaumenknödel  heißen gar nicht Pflaumenknödel, sondern Zwetschgenknödel und die Zwetschge muss im ganzen, also der Stein noch drin sein. Nun finde mir aber mal einer eine gute alte Straßenrand-/ Bauerngartenzwetschke die ohne Bewohner, sprich Mädchen ist. Das hält den Appetit auf die "Echten" fürchterlich in Grenzen und man ist geneigt zu schummeln. Eine südafrikanische Turbopflaume ohne Untermieter passt nämlich so gut zu Zwetschgenknödeln wie eine holländische Wassertomate zu einem guten Tomatensalat - nämlich gar nicht. Also, vorher in die Zwetschge reinschauen, aber dann tritt der Saft aus. Zwetschgenknödel sind nämlich genau wie Thüringer Klöße: eine Philosophie. Kleine reife blaue Zwetschgen müssen es sein, ein guter Hefeteig, der sich fest und relativ dünn um die Frucht legt. Der Teig soll erst gehen, wenn die Pflaume schon drin ist ! Die Knödel werden 2 bis 3 Minuten in sprudelndem Salzwasser gegart. Der Teig muss locker sein, der Zwetschgenknödel so groß wie ein großes Hühnerei. Obendrauf kommt schnell braune Butter, trockener geriebener Quark und Zucker. Der leicht bittersüße Geschmack des Pflaumensaftes vermischt sich mit dem Zucker, dem der Quark etwas die "Zuckrigkeit" nimmt, verbunden durch den Buttergeschmack. Nun dürfte auch klar sein, warum es Frevel am Zwetschgenknödel ist, vorher in die Pflaume zu schauen............. Natürlich gibt es auch Pflaumenknödelvariationen. So werden sie in Semmelbröseln gewälzt, man lässt den Quark weg oder man nimmt statt des Hefeteigs eine mit Mehl gefestigte Kartoffelmasse. Vater ist immer noch stolz auf die 36 Stück, die er mal geschafft hat, mein Rekord liegt nur bei 24...............................

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